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Artist Friends
Peter Pilz

 

MYTHOS „ DE-FORMATION“ Ulli Sturm

 

Der Versuch einer Betrachtung zu neun künstlerischen Positionen

 

Warum Mythos?< und >Neoliberalismus und spekulative Investment zerstören den realen Markt!<, ist vom Initiator und Kurator der Ausstellung Ronald Zechner zu lesen. Ja, warum eigentlich Mythos im Titel der Präsentation, wenn nicht um unterschwellig um auf eine symbolische Bedeutung hinzuweisen. Die der Kunst im Allgemeinen und die aktueller Positionen wohl im Besonderen. Freud meinte, Mythen seien Projektionsflächen (wie manches in der Kunst auch), die sich ausgezeichnet in sein Bild von Traum und Wirklichkeit einfügen lassen und das >Narrative des Mythos< stellt – laut dem deutschen Philosophen Hans Blumberg – für die Menschen eine Möglichkeit dar, mit Situationen umzugehen zu lernen und sie interpretieren zu können. Eine Fähigkeit die im Zusammenhang mit Rezeption von aktueller Kunst nicht von geringer Bedeutung scheint, ist doch die Pluralität künstlerischer Medien und Ausdrucksmöglichkeiten noch nie so groß gewesen wie heute. Interpretativ und narrativ sind auch einige künstlerische Ansätze der gezeigten Werke von Herbert de Colle, Heiri Häfliger, Peter Fritzenwallner, Anton Herzl, Andrew Mezvinsky, Songül Boyarz, Franz Karpfer, Gilo Moroder und Ronald Zechner, die sich mit unterschiedlichen Arbeiten in der  Galerie Herzogburg versammeln und einen Einblick geben, wie sie Kunst individuell denken.
 
Heiri Häfiger
Als FORMATION (ohne De) ist man versucht die Auswahl der Künstler und Künstlerinnen zu bezeichnen, denn zufällig ist die Zusammenstellung der Protagonisten und dieses Ausstellungsprojektes in St. Veit nicht zustande gekommen. Im Herbst des Vorjahres hat eine große Ausstellung an die beiden verstorbenen Künstler Franz West (1947-20120) und seinen langjährigen Assistenten Börnie (Reinhard) Bernsteiner (1963-2011) erinnert, dessen Nachlass –  in dem sich einige bedeutende Werke Wests befinden –  von der Galerie Herzogburg verwaltet wird. Nun zeigen Weggefährten, Schüler, Kollegen, ehemalige Assistenten und Freunde ihre Arbeiten in einer Gruppenausstellung , die Künstler-persönlichkeiten lose formiert und ihre singulären künstlerischen Positionen in den Mittelpunkt stellt.
 
Doch der FORMATION, steht auch eine DE-FORMATION gegenüber, die mitunter einige der gezeigten Werke charakterisiert und Spannungsfelder innerhalb der Gegenwartskunst und ihrer Rezeption verdeutlicht. Die Auseinandersetzungen mit Form und Material, Farbe und Fläche, spielen dabei eine ebenso große Rolle, wie individuelle Herangehensweisen und das Ziel die eigenen Grenzen und jene der > Marktkonformität< aufzuheben. >Deform> statt >konform>, heißt es auch in der Zusammenschau der Arbeiten, die sich nicht um ein Thema gruppieren, sondern alle für sich stehen und die Divergenz zeitgenössischer Kunst zum Ausdruck bringen.
 
Search, and you will find – zu den ausgestellten Werken
 
im grosen Saal
Die, 1969 in der Türkei geborene, Künstlerin Songül Boyarz hat ihren subtilen Umgang mit >Realitäten< schon mehrfach in raumgreifenden Installationen und Objekten unter Beweis gestellt. In der Herzogburg spielt sie subtil mit der Flüchtigkeit der Erinnerung. Zu sehen in >memories 1>, als Hommage an einen verstorbenen Freund (Zitat: Ines Turian). Zwei Arbeiten, die als gerasterte Farbbilder in Flächen zerlegt werden, überarbeitet sie pastos farblich und ruft damit Assoziationen einer undeutlichen Präsenz hervor. Der Malprozess mit Acrylfarben steht dabei für die Intensität der Auseinandersetzung mit einem bestimmten Menschen.
 
Herbert de Colle, 1978 in Kärnten geboren, platziert seine Kunst an der Schnittstelle zwischen Realität und Inszenierung. Seine Interventionen im öffentlichen Raum und inszenierten Plakatinstallationen hinterfragen unter anderem Konsum und Massenwirkung. Aus handelsüblicher Alufolie baut er modulartige Formationen und Skulpturen, die nur scheinbar massiv sind und in Wirklichkeit – wie Kulissen – nur vorgeben etwas zu sein. Der öffentliche Raum stellt für ihn ein Spielfeld kritischer Fragestellungen dar.

 

Anton Herzls bildende und literarische Arbeit geht den Fragen menschlicher Existenz nach und verknüpft Kunst, Leben und Philosophie. Der Maler, Literat und Agitator Herzl, 1969 in Graz geboren, zeigt in einer Serie von Philosophenporträts und Philosophenmöbeln >was hinter Mensch und Werk< steckt. Seine malerischen Inszenierungen und Installationen werden zu kunsttheoretischen und philosophischen Analysen. Er proklamiert in seiner künstlerischen Arbeit den Begriff des >Umwertens< und de-formiert damit den >Marktwert> eines Kunstwerkes.

 

Mit Performances, zeichnerischen, skulpturalen und fotografischen Werken analysiert Franz Kapfer, geboren 1971 in der Steiermark, Formen- und Symbolsprache der Darstellung des menschlichen Körpers. Und legt dabei ideologische, geschlechterspezifische und gesellschaftsimmanente Denkmuster frei. Wichtig ist dabei immer auch der Einsatz der eigenen Körperlichkeit, wobei Performance und zum Teil ironische Selbstinszenierung in neuen Kontexten eine wichtige Rolle einnehmen.

 

Gilo Moroder, 1960 in Italien geboren, hat mit meditativen Arbeiten aus Stein oder Holz begonnen und widmet sich in seinen malerischen Werken einer Form von analytischem Post-Kubismus. In den letzten Jahren sind in einem experimentellen Prozess collageartige Mischtechniken im großen Format entstanden, deren Ausgangsmaterial alte Zeitungen sind. Die Vergänglichkeit von Aktualität wird dabei zum Symbol für eine Auseinandersetzung mit Form, Inhalt und Message.

 

Peter Fritzenwallner, geboren 1983 in Salzburg, weist sich mit seinen performativ-skulpturalen Arbeiten als Beobachter von Strukturen und Manipulationen aus. In >Micro-Performances< und >Performance-Walks< bewegt er sich mit Transparenten durch den öffentlichen Raum und Kunsträume, übernimmt die Rolle eines >Führers> , gibt Handlungsanweisungen, erfindet Dramaturgien und bekennt sich mit seinen Interventionen als entlarvender Analyst einer überbordenden Konsumgesellschaft.

 

Der 1969 in der Schweiz geborene Künstler Heiri Häfliger, arbeitet vorwiegend mit Wegwerfmaterialien und baut aus Draht, Eisen, Holz und Papiermaché – das er aus farbigem Toilettenpapier gewinnt – skulpturale Objekte und Bilder, die durch Reduktion und Poesie bestechen. Mit seinen farbigen, fragilen – oftmals schwerelos wirkenden – Objekten spielt er mühelos mit Raum, Assoziation und Dimension.

 

Der 31-jährige amerikanische Künstler Andrew Mezvinsky arbeitet mit seriellen Werkszyklen, in denen er gekonnt Bildanimationen benützt um neue Geschichten zu erzählen. In zum Teil klassischen Bildkompositionen de- und rekonstruiert er Ikonen der Kunst, wie Frida Kahlo, oder persifliert ehemalige amerikanische Politiker. Er streift die Ästhetik von Comics und legt mit zeichnerischer Brillanz augenzwinkernde Ironie an den Tag.

 

Ronald Zechner, geboren 1972 in Kärnten, hat sich als Objektkünstler und Bühnenbildhauer einem multimedialen Crossover-Werk verschrieben. In Installationen, Collagen, Fotoarbeiten und Objekten zeigt er nicht nur wie man intelligent Materialschlachten feiert, sondern stellt auch die Frage nach >Sinn< und >Unsinn> im Umgang mit der Rezeption zeitgenössischer Kunst. Als >Post-Dadaist<, baut er aus Reststoffen roboterähnliche Körperabstraktionen. Gebrauchsgegenstände werden im Atelier zu Skulpturen und ganz nebenbei nimmt er als Künstler auch die Rolle eines Soziologen ein.

 

Neun künstlerische Intentionen und Sprachen treffen temporär in der Ausstellung in St. Veit aufeinander. Bei aller Unterschiedlichkeit der ausstellenden ProtagonistInnen und ihren heterogenen künstlerischen Positionen, haben sie neben einem Naheverhältnis zu Franz West und Reinhard Bernsteiner, wohl eines gemeinsam:

 

Sie agieren nicht marktkonform und wollen es auch nicht. Sie verweigern sich dem Spiel des >Gemachtwerdens> und > Machen< es dafür lieber selbst. Unabhängig davon, was der Markt gerade vorschreibt, oder wie konsumtauglich ihre Arbeiten sind. Sie nehmen sich die Freiheit zu formen, zu gestalten, zu experimentieren und neue Wege zu suchen, um die Mechanismen von >Kunst und Markt> zu hinterfragen und sie gleichzeitig zu unterwandern.

 

An dieser Stelle könnte das programmatische Statement Zechners >Neoliberalismus und spekulative Investment zerstören den realen Markt!< hilfreich werden.  Welcher Markt könnte gemeint sein? Jeder, der sich neoliberalen Zielen und Spekulationen verschrieben hat um als wirtschaftspolitisches Konzept funktionierende! Märkte zu garantieren? Sicher, aber wohl auch explizit der Kunstmarkt, mit seinen nicht mehr nachvollziehbaren Auswüchsen von >Rankings< und >Wert/Preis und Bedeutung< eines Kunstwerkes! Wer sich dem stellt, kommt unweigerlich zu der Frage: ist es ein Mythos, das Kunst primär mit Geld nichts zu tun haben muss?

 

Eine Antwort darauf, lässt sich vielleicht in der Ausstellung >MYTHOS „De-Formation“< in der Galerie Herzogburg in St. Veit suchen.

 

ULLI STURM Mai 2014

 
anywhere in wyoming Foto R:Z: 1998
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Michael Scott Hall

FORM + (negation) = mythos

As my contribution to the exhibition, I would like to expand upon and disassembled a few keywords / phrases given to me by the curator Ronald Zechner regarding his thoughts and organizing principles around the exhibition Mythos: Deformation

 

Form is an interesting word to start with, as it represents potentially everything- as everything has form (or a lack of it)… but the word (or idea of) form doesn’t tell you much. Deform or the act of Deformation begins to become more specific along with its many synonyms: distort, disfigure, contort, buckle, twist, warp, damage, impair, malformed, disfigured, ugly, unsightly, grotesque, monstrous;   it brings to mind several interesting terms- such as anti-form, formless and a host of other terms of negation.

 

Anti-form is often associated with Robert Morris who developed the term Anti-Form in his classic 1968 text of the same name. In it he stated: the process of (an object) ‚making itself’… has only received attention in terms of some kind of mythical, romanticized polarity. The object-type art process is not visible. Materials often are. When they are, their reasonableness is usually apparent, rigid industrial materials go together at right angles with great ease. But it is the ‚a priori‘ valuation of the well built that dictates the materials. The well built form of objects preceded any consideration of means… 1

 

Here Morris, is connecting his work to the of drip paintings of Jackson Pollack and Oldenburg’s soft sculptures as opposed to the more hard-edged forms of materiality and minimalism of his peers. Simultaneously, Bruce Nauman’s work „A cast of the space under my chair“ (1965-68), attacked, perhaps far more deadlier, our concept of form…  nothing will be able to extricate itself in the guise of whatever articulation—is an attack made in the very name of death, or to use another term, entropy… Nauman’s casts force us to realize that it congeal the possibilities of meaning as well. Which is to say that this conception of entropy, as a force that sucks out all the intervals between points of space, molecular agitation – slowed to a stop, but also imagines the eradication of those distances that regulate the grid of oppositions necessary to the production of meaning.  2

 

Fundamental to the idea of form is formless(ness) or Bataille’s  „informe“ which questions the very notion of form, creating an interesting challenge for the visuality of form, to find a form for formlessness, to show the form that has no form. „A dictionary begins when it no longer gives the meaning of words, but their tasks. Thus formless is not only an adjective having a given meaning, but a term that serves to bring things down in the world, generally requiring that each thing have its form. What it designates has no rights in any sense and gets itself squashed everywhere, like a spider or an earthworm. In fact, for academic men to be happy, the universe would have to take shape. All of philosophy has no other goal: it is a matter of giving a frock coat to what is, a mathematical frock coat. On the other hand, affirming that the universe resembles nothing and is only formless amounts to saying that the universe is something like a spider or spit“. 3

 

Formless(ness) can include adjectives such as dangle, tangle, jumble, litter, mound, heap, junk, foam, fluff, mud, dirt, fat, trash, goo/ooze/putty, mess… 4

 

An important contribution to the psychology of formlessness is Sartre’s discussion of viscosity. „Such qualities as hardness, softness, wetness, sweetness, and viscosity, phenomena that would generally be considered as irrelevant to philosophy, Viscosity (stickiness or sliminess) is universally repugnant, says Sartre, because it reverses the relations between observer and physical object. The universal ideal that underlies the unique project of every individual is the hypothetical combination of observer and object. Every ‘human reality’, according to Sartre, is striving to become–to coincide with itself as a necessary (ie non-choosing) being while remaining free and responsible for itself… In the encounter with sliminess… we go to pick up a (sticky) object and instead of our exercising control over it, it clings to us and threatens to suck us into itself… viscosity is thus Anti-value“. 5

 

Precarious Form is a more recent term used to express similar sculptural attitudes and processes which utilize the fragmentary and contingent. Unstable-forms is the hallmark of the 21st century, financial markets, ecological systems all are precariously balanced waiting for the tipping point or a counter-action. Of course, modern science has allowed us to understand that everything, on both a micro- and macro-level

 

Unsterblickheit. Ghosts have no form, but can possibly impact the physical world in odd ways, as formless vapors, memories, dust… personally, i don’t believe in immortality but words like deathlessness & formlessness are intriguing to me – an object or an idea without the formal ability to die.  As artists/thinkers we influence each other in subtle ways, we borrow, we retool ideas as our own and we live vicariously through the ideas of other artists / philosophers / writers. Standing on the shoulder of giants, so if we appropriate form, is this deformation?

 

Recently, the right to be forgotten, a concept originating from the French term „droit à l’oubli“ (right of oblivion), was presented in the European Court vs. Google, regarding what information can be learned about our lives and what lives on, via internet, during our lived and online life, but also after our deaths.  The right to be forgotten represents a reaction to the growth of the Internet and its evolution into an entity that has the ability to perpetually store all forms of information, everything from the greatest libraries of the world to the most mundane data available. For artists the case is more of a philosophical question, rather than a legal one… Artists and the act of making art was always surrounded in mythos- (or myth-making) where sometimes all that was left to explain an entire life of art production was a hand-written manifesto or torn pages from a sketchbook, etc… Therefore, art history is full of holes, gaps of time and information, which allows for spaces for historians and philosophers to interpret these gaps. If everything is online, unable to be lost and forgotten, perhaps buried in big data along with useless SMS texts etc… but still accessible within the machinery- stuck perpetually in a data-cloud or hard drive.

 

​​​​​​​​​​Text: Michael Hall

 

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1. Robert Morris, “Anti-Form,” Artforum, vol. 6 (April 1968)

 

2. Rosalind Krauss „A User’s Guide to Entropy“ October 78, MIT Press

 

3. “Formless” by Georges Bataille, Documents 1, Paris, 1929, p. 382 (translated by Allan Stoekl with Carl R. Lovitt and Donald M. Leslie Jr., Georges Bataille. Vision of Excess. Selected Writings, 1927-1939, Minneapolis: University of Minnesota Press “Formless”, p. 31)

 

4.  www.radicalart.info/informe

 

5. Peter Royle 2008

 

 

 

pink-tie

Meine eigennützige Bank

oder die Meinl Hypo Volksmelkbank

Was haben NOVOMATIC Magna Telekom EADS Eorofighter Hypo und Meinl Bank gemeinsam?

Sie wurden vom selben Finanzminister durch jeweilige Gesetzesänderungen begünstigt

oder er hatte bereits selbst bei diesen Firmen als aufstrebendes Finanzgenie gedient!

Eine weitere Gabe oder Qualität war das Gründen und Beraten von Stiftungen, noch ausgeprägter die Konsequenz beim Übersehen von Fond und Spekulations Pleiten einiger guter Freunde. Gute Freunde die in erklärten Steueroasen Provisionszahlungen tätigen oder aufs eigene geheime Drittkonto mit dem Bargeldkoffer einzahlen.

Ein echter Kärntner, auf den wir stolz sein können, ein fescher Bursch mit immer glatt geföhntem Haar und Baby Popo Rasur.

Ein kadergeschmiedetes NLP gebrieftes neoliberalistisches Kerbholz mit finanziellem Background, alsdann die Schwiegermutter herhalten muß, um ein paar hundert tausend Euros zu schmuggeln.

Seine Kreativität bezüglich der Namensgebung von mehreren Schein- und Postkastenfirmen ist enorm.

Das regionale Geschäft ist leider nicht so kreativ… hier heißt es banal:part of the game

Der statistisch gesehene durchschnittliche Kärntner liebt es, von starken Typen geführt zu werden und sich bei Volksfesten die Birne hohl zu saufen.

Wenn dann in der Bewusstlosigkeit nach dem Köpfe einhauen die Rechnung vom Wahlpolitiker bezahlt wird, kann man kaum noch die eigentlich motivierte Partei wählen. BZÖ: bittere Zustände in Österreich ; FPK : Freigeistige Personen Kontrolle ; NLP: neoliberalistische Problematik ;

FSK: Freie Selbst Kontrolle ; FSK Führerscheinkontrolle ;

Wer zohlt schofft on

 

Herzlichst Ihr Vizepräsident, der Kontraband